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Die Liegenschaft Zum goldenen Ochsen
Erstmals erwähnt wurde der Ochsen im 15. Jahrhundert. Man weiss aber, dass es einen «ursprünglichen» Ochsen eigentlich nie gegeben hat, sondern dass er ein Produkt von unzähligen Um- und Ausbauten ist. Der Umbau, der vermutlich für das heutige Aussehen verantwortlich ist, erfolgte in der Zeit um 1800 von einem sehr wohlhabenden Wirten. Dabei schienen ihm die Behörden der damaligen Zeit sehr viele Freiheiten zu gewähren, passte doch nachher das Endprodukt seiner Ausbauarbeiten alles andere als in das Armenviertel der Stadt.
Damals erlebte der Ochsen seine besten Zeiten, war er doch ein Nobelhotel der besseren Gesellschaft mit regelmässigen Tanzveranstaltungen im Tanzsaal des ersten Stockes. Die wunderbaren Stukkaturen an der Decke sind die letzten Zeugen dieser rauschenden Ballfeste. Noch heute erinnert man sich daran, dass sogar ein Gesandter Napoleons im Ochsen logierte.
Historische Bausubstanz ganzheitlich erhalten
Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts ging es aber schrittweise bergab, so dass bereits 1960 das Nobelhotel zur fernen Geschichte und die Billigabsteige zur traurigen Gegenwart gehörte. Zu Beginn der Siebziger Jahre schloss der Hotelbetrieb dann ganz. 1980 wurde das verlotterte, heruntergekommene Haus, das nur noch ein paar wenige Fremdarbeiter beherbergte, von der Architektengruppe Metron aus Windisch gekauft.
Bei folgenden Renovierungsarbeiten, die ein Jahr in Anspruch nahmen, wurde streng darauf geachtet, dass die historische Bausubstanz möglichst ganzheitlich erhalten werden konnte. Die Metron-Architektengruppe half aber auch beim Aufbau einer ihres Erachtens geeigneten Trägerschafts-organisation mit. Zu diesem Zweck gründeten einige initiative, junge Zofinger die «Genossenschaft Ochsen», welche das Haus auch heute noch besitzt und verwaltet.
Als die Architektengruppe Metron, Brugg sich im Januar 1981 entschied, die Liegenschaft Zum Goldenen Ochsen vor dem Zerfall und der Spekulation zu retten, hatte sie bereits ein Konzept für die Nutzung der Liegenschaft im Kopf: die zukünftige Trägerschaft, der sie die Liegenschaft weitergeben wollte, sollte eine Organisation, sei dies ein Verein oder eine Genossenschaft sein, die die langfristige Pflege des Hauses gewährleisten soll und, so weit möglich, eine öffentlich orientierte Nutzung garantieren, und sie soll selbsttragend sein.
Ochsen-Baugruppe 1981
Der Ochsen ist kein Renditeobjekt
Mit Umbau und Renovationsarbeiten wurde sofort begonnen. Gleichzeitig tat sich in Zofingen eine Gruppe von Leuten zusammen, die vom Projekt Wind bekam. Ideen zur Nutzung waren zu Hauf vorhanden. Es ging also nur noch darum, weitere interessierte Leute aus Zofingen und den umliegenden Gemeinden zusammenzutrommeln, ein Konzept auszuarbeiten, Schwerpunkte zu setzen. Das Zofinger Tagblatt vom 18. September 1981 widmet dem Projekt eine ganze Seite unter dem Titel: «Wir gründen eine Genossenschaft - Das Zofinger Ochsen-Projekt wird vorgestellt». Einige Tage darauf, am 25. September 1981, pilgerten hunderte von Interessierten in den Sternensaal zur Gründungsversammlung.
Freiwilligenarbeit beim Umbau
Nach Verabschiedung der Statuten und der Wahl eines Vorstandes wurde es ernst, hat man sich doch immerhin dafür entschieden, eine Liegenschaft in der Höhe von rund 1,6 Mio Fr. zu erwerben, Verhandlungen mit einer Bank, mit den Behörden, dem Denkmalschutz standen bevor, die Beschaffung von Eigenmitteln in der Höhe von stolzen 375`000.—mussten erbracht und die Vermietung der Wohnungen, der Beizen- und Kulturbetrieb geregelt werden. Und die Begeisterung der Versammlungsteilnehmer hielt an, Anteilscheine wurden erworben, Darlehen zur Verfügung gestellt, eine Baugruppe half in Freiwilligenarbeit beim Umbau mit, um die Kosten zu senken, die Stadt leistete einen Beitrag à fond perdu von 50`000.--, die Denkmalpflege war mit 67`000.— dabei.
(Dachgenossenschaft Ochsen)

