Maincontent:
Kultur ohne Zensur!
Obwohl die Saison von OX. Kultur im Ochsen bereits Anfang Mai offiziell zu Ende gegangen ist, zeichnet sich ein heisser Kultursommer in der Thutstadt ab. Grund dafür ist der seit gut zwei Jahren anhaltende Interessenskonflikt zwischen dem Kulturverein und einzelnen Nachbarn. Mit einer Petition an den Stadtrat und einer Demonstration will sich der Kulturverein gegen weitere Einschränkungen des Kulturbetriebs zur Wehr setzen.
Bereits an der Generalversammlung 2003 verabschiedeten die Vereinsmitglieder ein Massnahmen- paket, welches die unmittelbaren Anwohner der Ochsenliegenschaft von Lärmemissionen entlastet: Nebst der Reduktion von Live-Konzerten und der Kürzung der Konzertsaison wurden ein hausinterner Ordnungsdienst ins Leben gerufen und aufwändige schalldämmende Installationen im Ochsensaal vorgenommen. Diese Massnahmen verdeutlichen den Willen der Kulturschaffenden auf eine gütliche Lösung des Konflikts. Nun beabsichtigt der Zofinger Stadtrat, zusätzliche massive Einschränkungen zu verfügen. Unter anderem sollen elektronisch verstärkte Anlässe (Konzerte und Discos) auf zwei Wochenenden pro Monat reduziert werden. Live-Konzerte aus den Bereichen Metal und Hardcore dürfen nur noch sporadisch durchgeführt werden. Diese Einschränkungen bedeuten für den Kulturbetrieb einen gewaltigen Attraktivitätsverlust und sind schon finanziell nicht zu verkraften.
Die Altstadt gehört allen
Die Altstadt soll ein attraktives Wohngebiet bleiben – aber nicht nur ein Wohngebiet. Die Altstadt ist in erster Linie das Geschäfts-, Kultur und Begegnungszentrum unserer Stadt. Und in diesem Bereich ist der Kulturbetrieb im Ochsen seit 22 Jahren ein wichtiger Pfeiler, der jährlich tausende von Besuchern in die Thutstadt lockt und dem lokalen Gewerbe zu Umsatz verhilft. Die seit Jahren steigenden Besucherzahlen verdeutlichen das Bedürfnis nach einem kulturellen Treffpunkt in der Zofinger Altstadt. Die Verantwortlichen des Vereins sind sich des Interessenskonflikts bewusst und sind weiterhin bereit, im Gespräch mit dem Stadtrat und den Anwohnern Lösungen zu suchen. Der Interessenskonflikt darf aber nicht alleine auf dem Buckel der Kultur gelöst werden. Die Jugendlichen dürfen nicht aus der Altstadt verbannt werden.
Kulturelles Vakuum und Verlust für die Jugendarbeit
In der über 10’000 Einwohner zählenden Gemeinde ist der Ochsen der einzige Musikclub, der Konzerte aus den Bereichen Rock, Pop, Blues, Funk und Electronica anbietet. Nebst national und international bekannten Gruppen haben auch Bands aus Zofingen und Umgebung Gelegenheit, öffentlich aufzutreten. Zu Recht gilt der OX heute als Top-Adresse für Bands und Musiker.
Auch im Bereich der Jugendarbeit spielt der Verein eine wichtige Rolle. Reine Konsumhaltung ist im Kulturverein nicht angesagt. Sämtliche Arbeiten (inklusive WC-Putz) werden in Fronarbeit geleistet. Die Jugendlichen haben im Ochsen ein soziales Netz und lernen in Teamarbeit das Organisieren von Events. Bei dieser Ausbildung wird auf die Übernahme von Verantwortung, Zuverlässigkeit und die Rücksichtnahme auf die Nachbarn grosses Gewicht gelegt. Will die Stadt dies alles aufgeben?
Petition, Infostand und Demonstration geplant
Um das grosse Bedürfnis nach einem attraktiven und vielseitigen Kulturbetrieb in der Zofinger Altstadt zu belegen, startet OX. Kultur im Ochsen heute Freitag eine Petition an den Stadtrat. Die Forderungen sind klar: Auf weitere Einschränkungen im Kulturbetrieb soll verzichtet werden. Zudem sollen die laufenden Bussenverfügungen wegen Nachtruhestörung aufgehoben werden. An einem Infostand auf dem alten Postplatz informieren am 29. Mai und 5. Juni Mitglieder des Vereins über die Tätigkeiten des OX. Für den Nachmittag des 5. Juni ist eine Demonstration mit anschliessendem Rahmenprogramm in der Zofinger Altstadt vorgesehen. Die Verantwortlichen hoffen, mit ihren Anliegen auf breiten Rückhalt in der Bevölkerung zählen zu dürfen.
